N°9 || Warum Tiere unsere lästigen Untermieter sind.

Wir alle wünschen uns einen gesunden Planeten für Mensch und Tier, aber zur Tat zu schreiten ist gar nicht so einfach. Vor allem nicht bei der Mannigfaltigkeit an Bio-Siegeln, die auf dem Markt vertreten sind. Wo „Bio“ drauf steht, ist nicht gleich „Bio“ drin. Der deutsche Anbauverband Bioland beteurt ihr Interesse an Artenvielfalt und startet erstmalig eine Blogparade zu diesem Thema unter dem Hashtag #bloggenfürartenvielfalt. Mir ist das Thema Artenvielfalt wichtig, weil ein Ende, an dem die Menschheit als einzig überlebende Art steht, trauriger wäre, als das Ende von Titanic.

Der Allgemeinbürger interessiert sich ebenfalls für die Artenvielfalt. Tiervideos auf Facebook, Instagram und diversen anderen Platformen des sozialen Austausches im ‚world wide web‘ erfreuen sich seit dem Anbeginn ihrer Existenz allgemeiner Beliebtheit. Alles wid stehen und liegen gelassen, um tanzende, rappende, singende und steppende Vertreter des Tierreiches zu bestaunen.

Bei all der Faszination am Tierreich staune ich doch über die Haltung, welche der Allgemeinbürger seinen Erdmitbewohnern entgegen bringt. Aus irgendeinem Grund denkt der Bürger, dass er über anderen Arten steht, was durch eine tendenzielle Überordungn der eigenen Bedürfnisse ausgedrückt wird.

Der zwitschernde Vogel ist am Sonntagmorgen eine Lärmbelästigung. Aber woher soll der Vogel wissen, wann er zu singen hat und wann nicht? Ich habe noch keinen Vogel mit Armbanduhr sichten können. Bienen und Wespen und andere Insekten werden beim Grillen als störend empfunden und teilweise verjagt oder getötet. Aber woher soll die Biene wissen, dass sie nicht erwünscht ist? Es gibt aus Sicht der Biene keine Art von Hinweis oder Ausschilderung, die es der Biene untersagt zu dem entsprechenden Zeitpunkt ihre Route durch das Grillgebiet zu legen.

Ich bin nur froh, dass ich keine Meeresbewohnerin bin. Wenn uns Menschen etwas stört, können wir in den meisten Kulturkreisen andere verklagen, streiken, oder eine Petition verfassen. Aber was macht der Meeresbewohner, wenn sich eine Art Genozid im Meer abspielt? Oder wenn der allgemeine Meeresbewohner sich nicht mehr sicher sein kann, ob er eine Alge oder einen Gummistiefel verspeist?

Also ich als Meeresbewohner wäre richtig angepisst. Vor allem darüber, dass es keine Gewerkschaft für Meeresgetier oder Fischvereinigung gibt und es sich aufgrund der mangelnden Kommunikationsmöglichkeiten äußerst schwierig gestaltet eine ‚Fidays-for-Fish‘ Bewegung zu organisieren. Und eine Klage kann der allgemeine Meeresbewohner in eine Plastiktüte knabbern und beim ins Nichts davontreiben beobachten.

Ich schäme mich ein wenig für die Weise, in der wir denken die Hauptbewohner des Planeten zu sein und alle anderen Geschöpfe die Untermieter, die freundlicherweise geduldet werden und zur allgemeinen Belustigung beitragen, wenn sie sich nicht ihrer Art entsprechend verhalten. Ich als Fisch würde absichtlich die Shampooflasche auf meinen Speiseplan setzen, um es wenigstens der Person heimzuzahlen, die mich später verspeisen wird und sich hinterher eines Videos einer rappenden Eule erfreut. Du bist was du isst.

Im Namen der Artenvielfalt und des Appetits der Fische, lasst uns den Produkten der Nährstoffzufuhr etwas mehr Zeit und Beachtung schenken. Der Biogedanke wird gerne vermarktet und der Konsument fällt oft darauf rein, indem er Produkte kauft, die dem ökologisch nachhaltigen Grundgedanken überhaupt nicht entsprechen. Wenn schon keine ‚Fridays for Fish‘-Bewegung etwas verändern wird, dann vielleicht ein intelligenter Konsument mehr.

2 Kommentare zu „N°9 || Warum Tiere unsere lästigen Untermieter sind.

  1. Das Problem ist doch dass du als gemeines Tierwesen süss und niedlich oder zumindest wohlschmeckend sein musst um irgendeine Art von Lobby zu ergattern. Eichhörnchen haben es da gut (zumindest in Kategorie 1), Ratten schon weniger (obwohl ist sie genauso faszinierend finde).
    Schon die Kategorisierung in „süss“ und „na ja, doch eher hässlich“ ist schwachsinnig da JEDES Lebewesen neben einer äußeren (subjektiven) Schönheit eine mindestens so große innere Faszination aufweist, wobei meiner Meinung nach hier die allermeisten Tiere der Gattung „Homo Sapiens“ weit überlegen sind.
    Der Mensch als „intelligentes Wesen“ meint ja immer alles bestimmen zu können. Bleibt abzuwarten wie es sich irgendwann ohne Tiere lebt. Der Griff zum Apfel wird dann allerdings mangels bestäubungswilliger Kleininsekten ein teurer und seltener werden. Aber wenn Arroganz und Ignoranz auf Unwissen und Desinteresse stoßen ist der Mensch nicht weit.

    Gefällt 1 Person

    1. Tolles Beispiel mit dem Eichhörnchen und der Ratte. Da stimme ich dir zu. In der Natur hat alles seine Berechtigung und ist auf einander abgestimmt. Ein System, dessen Funktion die Intelligenz des Menschen weitaus übersteigt und ihn höchstens staunen lassen kann. Da wir jedoch oft zur Wertung neigen und in diesen Kreislauf eingreifen, an ihm rütteln und ihn buchstäblich zerreißen, legen wir unseren Erdmitbewohnern Steine in den Weg. Und letztendlich auch uns selbst, wie du ja schon angemerkt hast. Wie schaust du der Zukunft diesbezüglich entgegen? Optimistisch oder pessimistisch? Gibt es deiner Meinung noch Hoffnung oder ist eh alles verloren? Deine Meinung dazu würde mich interessieren. 🙂

      Gerne zur Diskussion: https://faqansuniversum.home.blog/2019/05/13/n9-diskussion-warum-tiere-unsere-lastigen-untermieter-sind/

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